Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung beteiligt an zwei Forschungsclustern im Rahmen der Exzellenzstrategie

17.10.2018In der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder zur Stärkung der Spitzenforschung an den Universitäten in Deutschland sind die Entscheidungen über die Exzellenzcluster gefallen: Das Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) in Potsdam ist beteiligt an zwei der sieben im Berliner Raum ausgewählten Exzellenzcluster.

Im von der Humboldt-Universität zu Berlin beantragten Forschungsprojekt: „Matters of Activity. Image Space Material“ soll eine neue Kultur des Materialen gedacht und umgesetzt werden. Die interdisziplinäre Erforschung und Entwicklung von nachhaltigen Prozessen und Strukturen ist dabei ein zentrales Anliegen in allen Bereichen visuell-materialer Prägung wie Wearables, Werkstofftechnik, Medizintechnik, Logistik, Architektur und Robotik. In der Abteilung Biomaterialien unter Leitung von Prof. Peter Fratzl wird an biologischen Materialien als Vorbild für aktive und adaptive Materialsysteme geforscht. Außerdem werden zusammen mit Designern und Geisteswissenschaftlern die Möglichkeiten der Kodierung von Information in der Struktur von Materialsystemen ausgelotet. Das von der Technischen Universität Berlin beantragte Exzellenzcluster „Unifying Systems in Catalysis (UniSysCat) - Katalyse-Netzwerke verstehen und nutzen lernen“ kann auf zehn Jahre hervorragende Arbeit von UniCat aufbauen, dem Vorgängercluster aus der Exzellenzinitiative, an dem das MPIKG ebenfalls beteiligt war. Die Katalyseforschung gilt als eines der wichtigsten Forschungsgebiete in der Chemie, sie ist auch der wesentliche Treiber für die „grüne Chemie“, die auf Nachhaltigkeit und Ressourcen-Schonung setzt. Insbesondere geht es darum, Reaktionsnetzwerke in der chemischen und biologischen Katalyse in Raum und Zeit zu entschlüsseln, damit diese dann kontrolliert und vor allem auch simuliert werden können. Hier sind gleich zwei Abteilungen des MPIKG involviert. Einerseits werden in der Abteilung Kolloidchemie unter Leitung von Markus Antonietti neue Photokatalysatoren hergestellt, die die Reaktionsfähigkeit in bisher nicht zugängliche Bereiche vorantreiben (z.B. für den Einsatz im Schadstoffabbau). Andererseits werden die Natur nachahmend multiple Reaktionsfolgen auf kleinsten Raum integriert, um so Reaktionen effektiver und nachhaltiger zu gestalten. Des Weiteren entwickeln die Wissenschaftler in der Abteilung Biomolekulare Systeme von Peter H. Seeberger nicht nur die dazu passenden Mikroreaktoren, sondern auch die in-situ („live“) –Analytik, um solche gekoppelten Reaktionen genau verfolgen zu können. Der Raum Berlin-Brandenburg könnte so zu einer Initialzündung für eine neue Chemie werden, die effektiver mit Ressourcen umgeht und die neuen Probleme unserer Zeit adressiert. Förderbeginn für die neuen Exzellenzcluster ist der 1. Januar 2019. Die Förderdauer beträgt sieben Jahre, wobei nach einer erfolgreichen Wiederbewerbung eine zweite Förderperiode von ebenfalls sieben Jahren folgen kann. Gemäß der Verwaltungsvereinbarung sind dabei insgesamt jährlich rund 385 Millionen Euro Fördermittel vorgesehen, die zu 75 Prozent vom Bund und zu 25 Prozent vom jeweiligen Sitzland bereitgestellt werden.

Vollständige Pressemitteilung auf der Homepage des MPI-KG