Drei Fragen vorab an:

Prof. Dr. Alexander Böker, Leiter Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung


1. Welche Rolle spielt in Ihrer Forschungseinrichtung der Begriff "Innovation"?

Unternehmen brauchen Innovationen, um sich erfolgreich gegen Konkurrenten durchzusetzen. Neue Technologien sind ein wesentlicher Treiber für Innovationen und spielen somit auch eine zentrale Rolle bei der Auftragsforschung am Fraunhofer IAP. Wir unterstützen Unternehmen und Partner bei der maßgeschneiderten Entwicklung und Optimierung von innovativen und nachhaltigen Materialien, Prozesshilfsmitteln und Verfahren im gesamten Bereich der Polymeranwendungen. Die große Nähe zu unseren Kunden und deren Feedback sowie eine langfristige strategische Zielsetzung fördern unsere Innovationsvorhaben. Im Fokus steht dabei vor allem eine nachhaltige Wertschöpfung.

 

2. Auf welche Weise ermöglicht Ihre Forschungseinrichtung ein innovationsfreundliches Umfeld?

Am Fraunhofer IAP schaffen wir Bedingungen, um innovatives Denken und Handeln zu ermöglichen. Ein wesentlicher Punkt dabei ist die Vernetzung von Forschungsbereichen und Abteilungen, die bisher nicht oder kaum zusammengearbeitet haben. Dabei treffen Teams mit unterschiedlichen Arbeitsstilen und aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen zusammen. Um das Querdenken zu fördern, streben wir innerhalb der Teams eine möglichst hohe Diversität der Mitarbeiter an, sowohl bezüglich Ihrer wissenschaftlichen als auch regionalen Herkunft. Unsere Mitarbeiter können zudem flexible Arbeitszeitmodelle nutzen. Auch ergebnisbezogene Entlohnungssysteme fördern eine innovationsfreundliche Kultur.

 

3. Welche (wissenschaftlichen und gesellschaftlichen) Innovationspotenziale/-reserven sind aus Ihrer Sicht noch nicht hinreichend ausgeschöpft?  

Künftig werden Innovationen, die unseren Alltag tiefgreifend verändern werden, nicht mehr aus den Einzelwissenschaften kommen. Disziplinen wie Physik, Chemie, Biologie, Medizin, Informationstechnologie und Maschinenbau verschmelzen miteinander. Durch die Kombination von Einzelinnovationen werden z. B. Werkstoffe entstehen, die bisher unmöglich erschienen. Sie eröffnen völlig neue Anwendungsgebiete. Doch jede Einzelinnovation braucht ihre spezifische Zeit für Forschung, Entwicklung und Serienproduktion. Die unterschiedlichen Entwicklungszeiträume müssen aufeinander abgestimmt werden. Die gezielte Synchronisierung der am Projekt beteiligten Partner sowie die Koordination von Innovationsprozessen im Ganzen können künftig noch stärker zur Innovationskraft beitragen.

 

 

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