Das war Reconnect 2017


Am 14. Juli 2017 fand Reconnect, das Vernetzungstreffen für RückkehrerInnen wissenschaftlicher Einrichtung aus dem Ausland, das dritte Jahr in Folge statt. Die Veranstaltung stand dieses Jahr unter dem Motto: "Open Science: Impulse für kollaborative Forschung und erfolgreiche Karrierewege". Zu dem kommunikativen Empfang und Diskussionsabend hatten pearls – Potsdam Research Network, die Universität Potsdam, das German Academic International Network (GAIN) und die German Scholars Organization (GSO e.V.) eingeladen. Partner und Gastgeber der Veranstaltung war Wikimedia Deutschland e.V. in Berlin. Unterstützt wurde die Veranstaltung in diesem Jahr außerdem von der Wirtschafts- und Technologierförderungsagentur Berlin Partner GmbH.


Begrüßung und Einführung

Dr. Dominik Scholl, Leiter für Bildung, Wissenschaft & Kultur, bei Wikimedia Deutschland e.V. begrüßte zunächst die RückkehrerInnen und Gäste und betonte die Bedeutung des freien Wissens für die Zukunft des Wissenschaftssystem. Dem schloss sich der zweite Grußredner Prof. Oliver Günther an. Der Präsident der Universität Potsdam hatte sich auch in diesem Jahr zusammen mit seinem Vizepräsidenten für Forschung und Lehre, Prof. Robert Seckler, nicht  nehmen lassen, persönlich an der Reconnect teilzunehmen und mit den anwesenden RückkehrInnen zu diskutieren. Er warb für die seit 10 Jahren erfolgreiche Karriereförderung an der Potsdam Graduate School der Universität Potsdam, die den wissenschaftlichen Nachwuchs nicht nur für wissenschaftliche Karrieren, sondern auch für den Berufseinstieg im Wissenschaftsmanagement oder Start-Up-Bereich fit macht.

Diskussion mit Experten

Die anschließende Podiumsdiskussion zum Thema Open Science und Karrierewege wurde von Dr. Anne Schreiter, Geschäftsführerin der German Scholars Organisation moderiert. Hier erläuterte zunächst Ruben Arslan, Fellow des gemeinsam von Wikimedia und dem Stifterverband aufgelegten Programms „Freies Wissen“, wie Open Science seine eigene wissenschaftliche Arbeit transparenter und verlässlicher macht. So ermöglichten Open Science Plattformen in seinem Feld der Psychologie zum Beispiel die Möglichkeit, Studien bereits vor der Durchführung zu registrieren und Feedback von anderen Wissenschaftlern zur Methodologie bekommen.Im besten Fall würden Forschungsbeiträge bereits vor der Datenerhebung zur Veröffentlichung angenommen, so dass die Gefahr der Datenmanipulation aufgrund von Veröffentlichungsdruck nachlasse. Auch Nana-Bit Avragrim, Programmleiterin des am 2016 neu gegründeten deutschen Hub des Silicon Valley Think Tanks Singularity University, hält Open Science und Open Innovation für wissenschaftlich und gesellschaftlich sehr wichtige Entwicklungen. Es gehe darum, ein neues „Mindset“ in der Wissenschaft zu etablieren, das Kooperation und Kollaboration zwischen Forschern und Disziplinen ermögliche. Prof. Dr.-Ing. Christian Hammer vom Institut für Informatik und Computational Science an der Universität Potsdam, der nach einem PostDoc an der Purdue University/USA vergangenes Jahr nach Deutschland zurück gekehrt war, verwies vor allem auf Förderprogramme wie Emmy Noether und Marie-Curie-Fellowships, die jungen WissenschaftlerInnen heutzutage sehr viel strukturiertere Karrierewege bieten würden, als das noch vor einigen Jahren der Fall gewesen sei. Für eine andere Art von Open Science, nämlich eine Wissenschaft, die nicht nur offen, sondern für Talente „durchlässig“ ist, machte sich schließlich Nils Stegemann, Leiter der Abteilung Talent Management bei der Deutschen Bahn, stark. Er versicherte den anwesenden Gästen, dass deutsche Wirtschaftsunternehmen längst viel „cooler“ seien, als man für gewöhnlich glaubt. Start-Up-Inkubatoren und neue digitale Geschäftsmodelle gehörten mittlerweile zum Standard im Bereich Talent Management. Gefragt seien weiterhin die berüchtigten Transferable Skills, von denen die WissenschaftlerInnen häufig weit mehr besäßen als sie selbst wüssten. Die große Kunst sei es, gegenüber Wirtschaftsunternehmen die eigene Praxisfähigkeit glaubhaft herauszuarbeiten.

Austausch an Thementischen

Im Anschluss tauschten sich die Teilnehmenden an insgesamt fünf Thementischen über Open Science, Karrieren in der Wissenschaft, Karrieren in der Wirtschaft/in Start-ups, im Dritten Sektor und über den konkreten Arbeitsmarkt in Berlin/Brandenburg aus. Hochkarätige Tischgastgeber gaben praktische Tipps und Einblicke und standen als Gesprächspartner zur Verfügung. Ein anschließendes Get-Together mit Gelegenheit zur weiteren Vernetzung rundete den informativen Abend ab.

 

 


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